Neues Buch über Depressionen – Depressionen erleben
Wie fühlt es sich an, depressiv zu sein? Um zu verstehen, was mit einem Menschen in einer Depression passiert, ist ein kritischer Blick hinter die klinische Diagnose notwendig. Dieses Buch über Depressionen verknüpft das subjektive Erleben mit Philosophie und erklärt, was sich in welcher Form im Selbsterleben Betroffener verändert.
Auszug aus dem Vorwort
Depressionen zu erklären, ist fast unmöglich. Sie liegen an der Grenze des Erfahrbaren und Sprachlichen. Inzwischen sind zwar ein paar depressive Symptome aus Magazinen, Zeitungen oder TV bekannt, zum Beispiel Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit – aber was sagen diese Beschreibungen aus? Die Begriffe sind in ihrer Form schon irgendwie richtig, doch sie können nicht die Fremdheit des depressiven Erlebens wiedergeben oder sinngemäß vermitteln.
Depressionen sind etwas anderes als mehr Traurigkeit, weniger Freude oder tiefe Erschöpfung. Sie verändern nicht einfach nur einzelne Gedankengänge oder ein paar Gefühle. Vielmehr modifizieren sie den Rahmen und die grundsätzlichen Daseins-Bedingungen, in denen ein Mensch wahrnehmen, denken und fühlen kann.
Über dieses Buch
Dieses Buch ist eine philosophische Darstellung davon, wie es ist, depressiv zu sein. Es ist nicht als Ratgeber, Erfahrungsbericht oder wissenschaftliche Abhandlung gedacht. Stattdessen bemühe ich mich mithilfe der Philosophie um einen Deutungsversuch, der verständlich macht:
Wie Betroffene selbst ihre Symptome erleben.
Was auf existenzieller Ebene mit einem Menschen in der Depression geschieht.
Was sich in der Depression verändert und wie es sich verändert.
Im weiteren Sinne geht es hier um das Reflektieren darüber, was einen Menschen eigentlich ausmacht und wie sich das Leben in einer Depression radikal wandelt.
Ich hoffe, dass so mehr Betroffene einen sinnvollen Zugang zu ihrem Leid finden. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass Angehörige und Außenstehende besser nachvollziehen, wie immens diese Erfahrungen auf dem Dasein lasten. Und vor allem, wie wichtig soziale Unterstützung, genügend Zeit sowie echte menschliche Empathie für Erkrankte sind.
Selbst wenn sich nicht alle Beteiligten in jedem Detail wiederfinden, können meine Ausführungen zu einem besseren Verständnis beitragen. Das sind allerdings nicht die einzigen Gründe, warum ich dieses Buch schreiben musste …
Depressionen mit Philosophie verstehen
Es ist Fakt, dass Depressionen heute eine der häufigsten psychischen Störungen darstellen, die Millionen von Menschen weltweit betreffen. Untersuchungen zeigen, dass traditionelle Behandlungsmethoden oft nicht ausreichen oder an den Betroffenen vorbeigehen. Es braucht neue Zugänge & Wege des Umgangs mit der Erkrankung.
In meinem Buch über Depressionen versuche ich, die Zusammenhänge neu zu denken. Basierend auf aktuellen Forschung aus der Phänomenologie mache ich deutlich, wie sich das Leiden Betroffener besser verstehen lässt.