Depressive Verstimmung oder Depression? – Große Unterschiede
Ist das eine depressive Verstimmungen oder schon eine Depression? Der Unterschied zwischen einem normalen Stimmungstief (emotionales Seelentiefs durch Krise / Belastung) und einer depressiven Erkrankung ist enorm. Doch was unterscheidet eine Verstimmung von einer Depression? Und warum?
Depressiv oder depressiv verstimmt?
Melancholie, Verzweiflung oder Traurigkeit – Depressive Verstimmungen erlebt jeder Mensch mindestens ein Mal im Leben. Doch was unterscheidet sie von Depressionen?
Inhaltsverzeichnis: Depressive Verstimmung oder Depression?
Depressive Verstimmungen hat jeder Mensch
Manche nennen es Seelentief oder Stimmungstief, andere sprechen von „deprimiert sein“ (lat. deprimere = niederdrücken). Jeder von uns kennt das: Vielleicht hast Du Stress in der Arbeit, ein Problem in der Familie oder bist krank. Solche Umstände können Dich so bedrücken, kraftlos und traurig machen, dass Du Dich einfach nur verkriechen möchtest und für einige Wochen an Leistungsfähigkeit, Motivation und Lebensfreude einbüßt.
„Deprimiert sein“ bzw. depressiv verstimmt zu sein, hat aber noch längst nichts mit der richtigen Depression zu tun. Eine depressive Verstimmung ist keine depressive Erkrankung.
Was ist eine Depressive Verstimmung?
Eine Depressive Verstimmung ist keine psychische Erkrankung. Sie ist ein Gemütszustand, eine Befindlichkeitsstörung, die mentales und emotionales Leid verursacht. Seelentiefs werden immer durch aktuelle, belastende Umstände oder tragische Ereignisse ausgelöst.
Zum Beispiel, weil du gerade einen nahestehenden Menschen verloren hast oder eine starke psychisch-körperliche Belastung durchstehen musst.
Verstimmung & Depression
depressiv verstimmt ist nicht depressiv
Depressive Verstimmung und Depression sind beides psychische Zustände, die häufig miteinander verwechselt werden, obwohl sie sehr unterschiedlich sind.
Eine depressive Verstimmung ist ein vorübergehender Zustand von Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit. Sie kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, wie z. B. Stress, ein traumatisches Ereignis, Hormonveränderungen oder bestimmte Krankheiten.
Diese traurigen Stimmungen können bei einigen Menschen länger anhalten, aber sie verschwinden in der Regel mit der Zeit und beeinträchtigen nicht dauerhaft die Lebensqualität oder die Fähigkeit zur Teilnahme am Alltag.
Eine Depression hingegen ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Verhalten einer Person dauerhaft beeinflusst. Die Symptome sind so schwer, dass der Alltag aus den Fugen gerät.
Im Gegensatz zur depressiven Verstimmung beeinträchtigt die Depression das tägliche Leben und erfordert eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Symptome der Depressiven Verstimmung
Woran ist ein Stimmungstief zu erkennen?
Sie ist durch die gleichen Symptome wie eine Depression gekennzeichnet, allerdings sind diese nicht so stark ausgeprägt. Außerdem beeinträchtigt ein Seelentief dein Leben nicht so fundamental, wie es Depression tun.
Typischen Anzeichen
Müdigkeit
Stimmungsschwankungen
Schlafstörungen
Zusatz-Symptome
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
Veränderung des Appetits
Gedankenkarussell & typisches Gedankenkreisen
Dauer einer Depressiven Verstimmung
Die meisten Fälle von Depressiver Verstimmung brauchen keine ärztliche Behandlung, weil sie nach 1–2 Wochen von allein wieder verschwinden. So ungefähr.
Mit der Zeit werden die negativen Gefühle schwächer, Deine Lebenskräfte regen sich wieder, positive Gefühle werden stärker und Du widmest Dich wieder dem Leben.
Viele finden Trost bei Freunden und Familie, stürzen sich ins Hobby oder nehmen sich mehr Zeit für sich. Dann wird allmählich alles wieder gut.
Ursachen für Verstimmungen
Typische Belastungssituationen, die Stimmungstiefs auslösen können
finanzielle Probleme
Stress & Überlastung
negative Erlebnisse
körperliche Gesundheitsprobleme
zu wenig Schlaf
zwischenmenschliche Probleme mit Partner, Familie, Kollegen oder anderen Menschen
hormonelle Schwankungen (PMS, Wechseljahre, Schwangerschaft)
Nebenwirkungen von Medikamenten
Trauer & Verlust
In dieser Zeit sind Betroffene schnell ausgelaugt, empfindlicher und unsicher. Absolut verständlich und menschlich.
Depression oder Depressive Verstimmung?
Unterschiede zwischen Depressionen & Stimmungstiefs
Die Unterschiede zwischen Depressiver Verstimmung und Depression finden sich in der Schwere der Symptomatik und den Ursachen.
Ausprägung
Eine Depression besitzt zwar ähnliche Symptome, aber in extremer Ausprägung. Der ganze Alltag der Betroffenen gerät so aus dem Ruder, bis sie die kleinsten Aufgaben nicht mehr bewältigen können.
Schon das morgendliche Aufstehen ist eine ungemeine Tortur oder der soziale Kontakt mit Freunden und Familie. Vgl. Morgentief & Abendtief bei Depressionen
Ursache & emotionale Schwingungsfähigkeit
Depressive Verstimmungen sind ein kurzfristiger Gemütszustand, ausgelöst durch aktuelle, belastende Ereignisse.
Auch die Scheu vor sozialen Kontakten ist nicht besonders ausgeprägt: Im Gegenteil, oft lassen uns Gespräche die traurigen Gedanken für eine Weile vergessen. Außerdem erleben depressiv verstimmte Personen noch positive Gefühle und Momente.
Häufigkeit
Stimmungstiefs gehören zur menschlichen Existenz und kommen immer wieder vor.
Depressionen sind seltener und eine echte psychische Krankheit, die behandelt werden muss. V
gl. auch hier: Depressive erkennen – subtile Anzeichen und typische Symptome
Ursachen der Depressiven Verstimmung
Was löst ein Seelentief aus?
Schwierig zu bestimmen, denn die Ursachen einer depressiven Verstimmung können vielfältig sein – und somit höchst individuell. Trotzdem lassen sich die häufigsten Gründe in 5 Gruppen einteilen:
Psychische Extremlagen / Stress
Sehr häufig sind Stress-Situationen jeglicher Art der Grund für depressive Verstimmungen. Das können finanzielle Notlagen, beruflicher Druck ohne Aussicht auf Lösung und Erfolg oder auch private Schwierigkeiten sein, mit denen wir konfrontiert sind.
Vgl. auch Trauer & Depression – Symptome, Bedeutung & Unterschiede
Körperliche Extremlagen
Bestimmte Krankheiten sind dadurch geprägt, dass sie mitunter heftige Stimmungsschwankungen auslösen. Stoffwechselkrankheiten (Diabetes, Schilddrüsen-Störungen), neurologische Erkrankungen (Parkinson, Demenz) und Infektionskrankheiten (Lungenentzündung, Herzerkrankungen) sind dafür bekannt, die Psyche stark zu belasten.
Psychosomatisches Ungleichgewicht
Da Körper und Geist in einer Wechselbeziehung stehen, kann auch ein Mangel an Nährstoffen zu seelischem Ungleichgewicht führen.
Zum Beispiel, wenn unserem Organismus Vitamine oder Mineralstoffe fehlen, die er benötigt, um zu funktionieren.
Genau das soll bei einer saisonal abhängigen depressiven Verstimmungen der Fall sein: Das fehlende Sonnenlicht bedingt einen Mangel an Vitamin D.
Hormonelle Veränderungen
Hormone spielen überhaupt eine große Rolle für unsere Laune, so in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.
Selbst der Mangel an Ausgleich zwischen geistiger und körperlicher Aktivität kann depressive Verstimmungen hervorrufen.
Medikamente & Suchtmittel
Auch sie können ein seelisches Tief verursachen. Insbesondere Herz-Kreislaufmittel, Schlafhelfer und Antiallergika sind in diesem Zusammenhang negativ aufgefallen. Selbstverständlich sind Suchtstoffe ein Stimmungskiller.
Was tun gegen depressive Verstimmungen?
Selbsthilfe & Tipps gegen das Seelentief
Da eine depressive Verstimmung meistens nur leichte Symptome verursacht, ist das beste Mittel die Selbsthilfe, wie oben bereits angerissen.
1) Bewegung und frische Luft hilft gegen Stimmungstiefs
Spaziergang im Freien
Sport (Indoor und Outdoor)
Yoga oder Meditation
2) Mit Menschen treffen und sich beschäftigen lenkt ab
Freunde und Familie, zumindest für eine Kaffeetratsch
mit vertrauten Personen über die Probleme sprechen
Hobbys nachgehen
3) Gesunde Ernährung gegen Depressive Verstimmungen
viel Obst und Gemüse, um Vitamine zu tanken – Lies bitte auch: Ernährung bei Depressionen
Nüsse stärken die Nerven
Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Avocado)
4) Gesunde Schlafhygiene bei Stimmungstiefs
Nutze das Bett nur zum Schlafen, nicht zum Lesen, Malen etc.
Achte auf ausreichend Schlaf
Versuche, zu regelmäßigen Zeiten zu schlafen
Quellen:
1) Stiftung Deutsche Depressionshilfe e.V.
2) Psychiater und Mediziner im Netz
3) Annika Haffke: Depressive Verstimmung: Tipps und Tricks zur Selbsthilfe
4) Dr. Inga Trompetter: Depressive Verstimmung
5) Max-Planck-Institut: Depression