
Philosophie Blog
über Psyche & Lebenswelt
Dieser Philosophie Blog vermittelt philosophische Denkanstöße & Essays zu den Themen Philosophie der Psychologie & Psychotherapie sowie Gesellschaft und Sinn.
Hier soll die Philosophie für eine allgemeine Lebenswirklichkeit des Menschen wieder fassbar werden. Und zwar in verständlicher & klarer Sprache, doch gleichzeitig mit intellektuell-kritischem Anspruch.
Philosophieren ist lebendig, praktisch und ganz schön herausfordernd. Die Philosophie fragt und kritisiert, inspiriert und diskutiert, analysiert und erklärt. Doch genau deshalb geht sie über eine eindimensionale, naturwissenschaftliche Ideologie von Mensch & Welt hinaus. (Vgl. phänomenologische Perspektiven, Existentialismus u.v.m.)
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Alles Bio? – Zur Genealogie der Moral in soziobiologischer Perspektive
Dass die menschliche Natur etwas mit der Moralität des Menschen zu tun hat, steht außer Frage. Was seit jeher umstritten ist und – soviel sei jetzt schon verraten – auch weiterhin heftig umstritten sein wird, das ist die Frage, was wir denn meinen, wenn wir von der „Natur“ sprechen.
Die Lust an der Gerechtigkeit – Oder: Warum es keinen Spaß macht, ein schlechter Mensch zu sein.
Kennen Sie das: Sie sehen eine bestimmte Situation, in der ein Mensch offensichtlich ungerecht behandelt wird – und ärgern sich. Sie haben mit der Situation selbst gar nichts zu tun und auch nicht mit dem Opfer der Ungerechtigkeit, trotzdem ärgert Sie das, was sie da erleben. Irgendetwas ist aus den Fugen geraten, das auch Sie betrifft. Etwas gerät ins Wanken, auf dessen Stabilität auch Sie angewiesen sind.
Die Goldene Regel
Jedes Kindergartenkind lernt sie. Ich selbst habe sie ständig vorgehalten bekommen. Neben anderen ethischen Prinzipien und Moralgesetzen der Art „Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es.“ (Kästner) oder „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es spürt wie du den Schmerz.“ ist die volkstümliche Form der Goldenen Regel wohl jedem bekannt: „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu“.
Leibnizens Theodizee
Die Frage nach dem Warum des erfahrenen Übels lässt mich als gläubigen Christen, der unter Depressionen leidet, nicht los. Wie kann Gott das zulassen? Diese Frage stellte sich auch mein Lieblingsphilosoph: Gottfried Wilhelm Leibniz. Genauer gesagt: Die Frage stellte ihm Preußens Königin Sophie Charlotte – Leibniz gab als braver Untertan pflichtschuldig eine Antwort. Diese Antwort wurde weltberühmt.
Neid (Philosophie) – Die psychologischen Hintergründe von Neid
Neidisch will niemand sein und trotzdem sind wir es alle mehrmals im Leben. Entgegen dem Alltagsverständnis kann Neid eine funktionelle Rolle spielen: als sozialer Orientierungssinn, der uns die Spielregeln, Werte und Strukturen der Gemeinschaft verdeutlicht. Allerdings sind Neidgefühle in unserer Gesellschaft tabu. Dabei wird übersehen, dass es bei allen Gefühlen positive und negative Formen gibt.
Bildungsexpansion – mehr Bildung ist nicht die Lösung
Mehr Bildung ist keine Bildungsgerechtigkeit. Im Gegenteil: Die Bildungsexpansion zementiert Ungleichheiten in Deutschland sogar und täuscht über andere wichtige Probleme hinweg.
Depression als Strafe Gottes? – Ein Beispiel schlechter Theologie
Ich hatte hier in Depression als Christ am Ende nur kurz angedeutet, dass ich im Leid der Depression keine Strafe Gottes sehe. Das verdient eine vertiefende Erläuterung, zumal der Gedanke unter Christen, die mit Depressionen zu tun haben, immer noch virulent ist. Ich halte diesen Gedanken für ein Resultat schlechter Theologie.
Psychotherapie aus der Arbeiterschicht
Dies ist ein Gastartikel von Paul Spychalski-Gosch. Er ist einer der wenigen Psychologen & angehenden Psychotherapeuten, die sich aus einem sozial benachteiligten Umfeld zur Akademie durchschlugen. Seine Erfahrung decken sich mit meinem persönlichen Weg und zeigen, wie sehr soziale Ungerechtigkeit in allen Lebensbereichen eine große Rolle spielt.
Was Philosophie beiträgt
Philosophie ist grundlegend praktisch
Leider wird sie heutzutage oft mit Fachsimpelei verwechselt, obwohl sie doch orientierende Praxis für den Alltag und das Leben ist.
Wesentlich ist der Bezug zur menschlichen Erfahrung und Lebenswirklichkeit: Die Philosophie ist keine abgehobene Theorie, sondern eng verbunden mit dem Leben, das wir führen. Auch wenn sie sich in den höchsten Sphären bewegt, verliert sie nicht den Bezug zur Realität. Oder sollte sie zumindest nicht. Schließlich hat Philosophie die Zielsetzung, Selbstverständlichkeiten kritisch zu hinterfragen und unentdeckte Perspektiven zu eröffnen.