
Philosophie Blog
über Psyche & Lebenswelt
Dieser Philosophie Blog vermittelt philosophische Denkanstöße & Essays zu den Themen Philosophie der Psychologie & Psychotherapie sowie Gesellschaft und Sinn.
Hier soll die Philosophie für eine allgemeine Lebenswirklichkeit des Menschen wieder fassbar werden. Und zwar in verständlicher & klarer Sprache, doch gleichzeitig mit intellektuell-kritischem Anspruch.
Philosophieren ist lebendig, praktisch und ganz schön herausfordernd. Die Philosophie fragt und kritisiert, inspiriert und diskutiert, analysiert und erklärt. Doch genau deshalb geht sie über eine eindimensionale, naturwissenschaftliche Ideologie von Mensch & Welt hinaus. (Vgl. phänomenologische Perspektiven, Existentialismus u.v.m.)
Kategorien-Übersicht
Die Lust an der Gerechtigkeit – Oder: Warum es keinen Spaß macht, ein schlechter Mensch zu sein.
Kennen Sie das: Sie sehen eine bestimmte Situation, in der ein Mensch offensichtlich ungerecht behandelt wird – und ärgern sich. Sie haben mit der Situation selbst gar nichts zu tun und auch nicht mit dem Opfer der Ungerechtigkeit, trotzdem ärgert Sie das, was sie da erleben. Irgendetwas ist aus den Fugen geraten, das auch Sie betrifft. Etwas gerät ins Wanken, auf dessen Stabilität auch Sie angewiesen sind.
Naturrecht heute – Zur Aktualität einer alten Denkfigur
Dass die menschliche Natur etwas mit der Moralität und dem Rechtsempfinden des Menschen zu tun hat, steht außer Frage. Was seit jeher umstritten ist und – soviel ist klar – auch weiterhin heftig umstritten sein wird, das ist die Frage, was wir denn meinen, wenn wir von der „Natur“ sprechen.
Individuum und Institution – Ethische Perspektiven für komplexe Probleme
Gut und böse sein – können das auch Institutionen? Oder ist Moral nur etwas für Individuen? Woran hat sich eine Ethik zu orientieren: an (konkreten) Tugenden oder an (abstrakten) Normen? Komplexe Probleme verlangen neue Denkansätze.
Im Züricher Schauspielhaus wird am 4. Februar 1943 Bertolt Brechts Drama „Der gute Mensch von Sezuan“ uraufgeführt.
Eine Sprache für alle
Wer an Depressionen leidet, tut gut daran, sich anderen Menschen zu öffnen und über die eigene, oft so verworrene und widersprüchliche Gefühlswelt zu sprechen. Leider habe ich oft die Erfahrung gemacht, nicht oder – noch schlimmer – falsch verstanden zu werden, sowohl von Gesprächspartnern aus dem persönlichen Umfeld als auch von denen, die mir professionell zuhörten.
Wissenschaft als Weltanschauung – Oder: Warum die Wahrheit nicht im Labor zu finden ist
Die Anerkennung der Grenzen des eigenen Arbeitsbereichs ist seit jeher die Höflichkeit des Naturforschers. Nun aber wird immer öfter im zwar nicht wissenschaftlichen, doch sehr wohl vom Fortschritt der Wissenschaft inspirierten Diskurs über Religion und Glaube gefordert, Gott als Gegenstand eben jener Naturerforschung zu sehen.
Preis, Wert, Würde – Oder: Was kostet eigentlich ein Mensch?
Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert. Alle Lebensbereiche werden der ökonomischen Kontrolle unterworfen, auch die Bereiche, in denen Geld nicht die Hauptrolle spielen und der Markt nicht alles regeln sollte, weil das freie Spiel der Kräfte Ergebnisse hervorbringt, die dem Menschen nicht gerecht werden.
Ruanda und die Folgen – Zur Debatte um „humanitäre Interventionen“
Was tun, wenn Menschen zu Hunderttausenden ermordet werden? Zuschauen, weil man sich nicht einmischen will? Eingreifen, weil man nicht zusehen kann? Dabei selbst aktiv Gewalt anwenden und möglicherweise schuldig werden? Sich jeder Handlung enthalten, um nicht in Schuld verstrickt zu werden? Der Völkermord in Ruanda hat neue Antworten auf alte Fragen hervorgebracht.
Was bedeutet Glück in der Politik?
Wenn aus John Lockes „life, liberty, property“ in der US-amerikanischen Declaration of Independence „life, liberty and the pursuit of happiness“ wird, dann offenbart sich neben dem Pathos des religiös geprägten nation building ein ernstzunehmendes Problem der politischen Philosophie: Kann der Staat für das Glück der Bürger sorgen? Und wenn ja, soll er es? Und wenn er es kann und soll, auf welche Weise?
Ende gut, alles gut? Eine (ganz) kurze Geschichte des Longterminismus
Eine neue Utopie macht die Runde: Longterminismus. Sie funktioniert in den Köpfen ihrer Verfechter so: Wir werden Dank des technologischen Fortschritts in der Lage sein, fremde Planeten zu besiedeln und/oder als Avatare eine andere Existenzform annehmen – jenseits von Kriegen, Krisen und Klimawandel. Also: Vergessen wir die Gegenwart, gehen wir in die Zukunft!
Was bedeutet Glück in der Ethik?
Glück kann man haben. Wenn man im Lotto gewinnt. Darum soll es jetzt nicht gehen. Und: Glücklich kann man sein. Wenn man ein Leben führt, mit dem man zutiefst einverstanden ist. Ohne im Lotto gewonnen zu haben. Dieses Glück meine ich.
Eine ganz kurze Geschichte der Künstlichen Intelligenz
Wenn es ein Schlagwort gibt, dass in unseren Tagen schier omnipräsent ist, dann wohl „Künstliche Intelligenz“. Überall trägt es zu unserem Lebensstil bei und man fragt sich, wie die Menschen allein mit natürlicher Intelligenz überleben konnten. Ein kurzer Blick in die Geschichte der KI offenbart das Geheimnis: der Mensch denkt, er rechnet nicht nur. Und das ist eben ein Unterschied.
Susans Sinn – Was eine analytische Philosophin zum Sinn des Lebens sagt
Wenn man jemandem erzählt, man sei Philosoph, wird man ziemlich bald gefragt, was das denn nun sei, der Sinn des Lebens. So als habe man hierzu eine besondere Kompetenz. Das ist sicher nicht so – vor der Sinnfrage stehen wir alle gleichermaßen.
Was Philosophie beiträgt
Philosophie ist grundlegend praktisch
Leider wird sie heutzutage oft mit Fachsimpelei verwechselt, obwohl sie doch orientierende Praxis für den Alltag und das Leben ist.
Wesentlich ist der Bezug zur menschlichen Erfahrung und Lebenswirklichkeit: Die Philosophie ist keine abgehobene Theorie, sondern eng verbunden mit dem Leben, das wir führen. Auch wenn sie sich in den höchsten Sphären bewegt, verliert sie nicht den Bezug zur Realität. Oder sollte sie zumindest nicht. Schließlich hat Philosophie die Zielsetzung, Selbstverständlichkeiten kritisch zu hinterfragen und unentdeckte Perspektiven zu eröffnen.